10 Fragen – 10 Antworten zur Haftpflichtversicherung

Haftpflichtversicherung
9. September 2013

Es sind vor allem die kleinen Missgeschicke des Alltags. Haftpflichtpolicen springen genau für diese Schäden ein. Egal ob es die Vase ist, den der Besuch vom Tisch gestoßen hat, oder das Kind, das einen kleinen Kratzer in Nachbars Auto macht.

Viele Versicherte scheuen sich jedoch davor, den Schaden zu melden. Aus Sorge, der Beitrag könnte steigen oder weil die Abwicklung zu kompliziert sein könnte. Wie lange man Zeit hat einen Schaden zu melden, und wie man sich gegen zu geringe Erstattungen wehrt, hat „Meine Bank vor Ort.de“ für Sie zusammengestellt:

Was tun, wenn ein Schaden eintritt?

Ruhe bewahren und auf keinen Fall gleich den Gelbeutel zücken oder die Kontonummer des Geschädigten erfragen. Wer erst bezahlt und dann den Schaden bei der Versicherung meldet, bekommt später meist kein Geld erstattet. Zudem sind alle Beteiligten zur sogenannten Schadensbegrenzungspflicht verpflichtet und sollen den Schaden so gering wie möglich halten. Also zum Beispiel schnell Wasser aufwischen, bevor noch mehr kaputt geht.

Gibt es eine Frist?

Der Verursacher sollte den Schaden unverzüglich bei seiner Versicherung melden. Das tut er am besten schriftlich und per Einschreiben. Maximal hat man dafür eine Woche Zeit.

Wie muss man den Schaden melden?

Wer bei der Hotline der Assekuranz anruft, kann den Fall gleich am Telefon schildern und sich erste Tipps holen. Damit ist gleichzeitig die Wochenfrist gewahrt. Die Telefonnummer steht auf dem Vertrag, im Internet oder kann bei der Bank oder Sparkasse erfragt werden. Diese würden sogar ebenfalls den Schaden melden, wenn man die Police dort abgeschlossen hat.

Wie melde ich den Schaden korrekt an?

Jede Gesellschaft hat ihre eigenen Formulare. Diese kann man auf der jeweiligen Internetseite meist gleich online ausfüllen oder auf seinen Computer laden. In die Meldung muss man neben den Standard-Angaben, wie der Versicherungsnummer und der Adresse, den Schadenszeitpunkt notieren und den Schadenshergang genau und wahrheitsgemäß schildern.

Muss man den Schaden gegenüber der Versicherung beweisen?

Meist schon, wobei dies nicht pauschal beantwortet werden kann. Als Beweis eignen sich zum Beispiel Fotos, die den Vorfall dokumentieren. Auf keinen Fall sollte man sofort kaputte Teile in den Müll werfen und alles aufräumen. Ist die Schadenssumme höher, müssen Versicherte oft Gutachten anfertigen lassen. Diese sind zwar kostenpflichtig und man muss in Vorleistung gehen, die Kosten werden aber ebenfalls bei Leistung miterstattet. Bei ganz großen Schäden schickt die Versicherung auch einen Sachverständigen vorbei.

Wissen die Gesellschaften, wer welche Schäden meldet?

Ja und sogar wie oft, da gerade bei Haftpflichtschäden oft geschummelt wird. Die Gesellschaften schauen auch in Informationssystemen nach, ob es bereits Auffälligkeiten bei einem Kunden in der Vergangenheit gegeben hat, die auf einen Versicherungsbetrug und Schummeleien hinweisen könnten.

Gibt es Pauschalen für die Versicherungsleistungen?

Nein. Bei Totalschäden wird nicht der Neu-Anschaffungspreis ersetzt, sondern der Zeitwert. Zudem prüft die Versicherung immer, ob eine Reparatur billiger ist. Wenn ja, übernimmt sie nur diese Kosten.

Was ist, wenn ich mit der Höhe der Erstattung nicht einverstanden bin?

Dann sollte man sofort Widerspruch einlegen. Dieser muss schriftlich gegenüber der Versicherungsgesellschaft begründet werden. Durch das Nachreichen von Belegen kann man oft eine Neuermittlung des Wertes bewirken. Denn vor allem bei Kleinschäden zahlen die Versicherer lieber, als sich zu streiten. Wer der Assekuranz zudem eine Kopie seiner Anschaffungsrechnung mitschickt, läuft nicht Gefahr, dass die Gesellschaft selbst einen Wert festsetzt, der niedriger sein könnte.

Wird die Police nach Erstattung teuer?

Die Haftpflichtversicherung ist keine Autoversicherung und wird nicht teurer.

Kann mich die Versicherung nach Regulierung kündigen?

Beide Vertragspartner können danach kündigen. Dabei muss eine Kündigungsfrist eingehalten werden, die im Vertrag geregelt ist. Normalerweise muss die Kündigung spätestens einen Monat nach Erhalt der Schadenszahlung schriftlich dem Versicherer zugestellt werden.

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