Aktuelle Rentenprognose – bis zu 2% Beitragssteigerung bis 2030

Rentenprognose
11. März 2016

Auch gegen Ende des vergangenen Jahres erwartete man wieder mit Spannung den Rentenbericht der Bundesregierung. Dieser Bericht setzt sich jährlich sowohl damit auseinander, welches Rentenniveau in Zukunft zu erwarten ist, als auch mit den Beiträgen zur Rentenversicherung, wie sie sich in der Zukunft entwickeln.

In beiden Fällen sind die Zukunftsaussichten für die Bürger alles andere als gut. Der Rentenbericht geht nämlich sowohl von einem sinkenden Rentenniveau als auch von steigenden Beiträgen bis zum Jahr 2030 aus. Welche Zahlen der Rentenbericht im Einzelnen beinhaltet, möchten wir in den folgenden Abschnitten näher darlegen.

Rente steigt jährlich im Durchschnitt um 2,4 Prozent

Eine zunächst erfreuliche Zahl besteht im Rentenrecht 2015 der Bundesregierung darin, dass die gesetzlichen Rentenzahlungen auf Basis der aktuellen Rentenprognose bis 2030 jedes Jahr um durchschnittlich 2,4 Prozent steigen. Daraus resultiert allerdings auch ein eher negativer Wert, nämlich das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente. Dieses beträgt aktuell etwa 48 Prozent des Vorsteuereinkommens, wird allerdings im Jahre 2030 voraussichtlich nur noch bei 43 Prozent liegen. Manche Experten gehen sogar von einem Niveau aus, welches nur noch knapp über 40 Prozent liegt. Da sich die rund 43 Prozent auf das Vorsteuereinkommen beziehen, würde sich auf dieser Basis im Idealfall eine Versorgungslücke von „nur“ etwa 20-30 Prozent des letzten Nettoeinkommens ergeben.

Insbesondere aufgrund dieses geringen Rentenniveaus raten heute nahezu alle Experten dazu, dass sich die Bürger zum einen um den Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge kümmern sollten und natürlich vor allem in möglichst jungen Jahren bereits mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge zu beginnen. Ob dies mit oder ohne staatliche Förderung geschieht, ist wieder eine andere Frage. Wichtig ist nur, dass auch Geringverdiener ihr Möglichstes tun, um zumindest monatlich einige Euro einzusparen. Zu diesem Zweck stehen am Markt zahlreiche Produkte zur Verfügung, wie zum Beispiel:

Anlagen

 

 

 

 

 

 

 

Beitragssatz zur Rentenversicherung dürfte steigen

Während das Absinken des Sicherungsniveaus ein negativer Wert ist, trifft dies ebenso für die voraussichtliche Entwicklung der Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung zu. Hier geht der Rentenbericht der Bundesregierung leider von einem Ansteigen des Beitragsatzes aus. Experten rechnen damit, dass der Beitragssatz innerhalb der kommenden 15 Jahre auf 22 Prozent steigen wird. Aktuell beträgt der Beitragssatz schon seit geraumer Zeit 18,7 Prozent, sodass ein Anstieg von über drei Prozent möglich ist. Dabei kann auch die staatlich geförderte Altersvorsorge diesen „Verlust“ nicht auffangen. Schaut man sich einmal die langfristige Entwicklung des Versorgungsniveaus an, so ist der voraussichtliche Absturz besonders dramatisch. Betrug das Rentenniveau im Jahre 2000 noch etwa 53 Prozent, wird es den Prognosen zufolge im Jahre 2030 nur noch bei rund 43 Prozent liegen und wäre somit in 30 Jahren um zehn Prozent gesunken.

Weitere interessante Zahlen zur Rente

Die zuvor genannten Zahlen, also das Rentenniveau sowie der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung, sind sicherlich die wichtigsten Eckdaten aus dem Rentenrecht der Bundesregierung. Darüber hinaus gibt es noch weitere interessante Fakten und Zahlen, beispielsweise, dass die Rentner in Ostdeutschland auf Basis der Durchschnittsentgelte, die als formaler Rentenfaktor dienen, sowie der Einkommen im Durchschnitt betrachtet, eine um 8,5 Prozent höhere Rente erhalten, als es in Westdeutschland der Fall ist. Es handelt dabei allerdings nicht um eine zukünftige Entwicklung, sondern dieser Unterschied ist bereits heute festzustellen. Interessant ist ebenfalls, mit welchen Renten sowohl Männer als auch Frauen beim Eintritt ins spätere Rentenalter durchschnittlich rechnen können.

Männer erhalten auch zukünftig mehr Rente als Frauen

Geht man vom „Ideal-Beitragszahler“ aus, der über 45 Jahre hinweg exakt das Durchschnittseinkommen erhalten hat, welches die Rentenversicherung für ihre Rentenpunkte kalkuliert, so würde dieser männliche Rentner zukünftig immerhin monatlich 1.840 Euro erhalten, während es aktuell noch weniger als 1.350 Euro sind. Allerdings ist zu beachten, dass es sich dabei lediglich um den Bruttobetrag handelt. Vom Brutto sind dann noch Krankversicherungsbeiträge und eventuelle Steuern abzuziehen. Dies würde bei Männern dazu führen, dass sie eine Nettorente in Westdeutschland von monatlich etwas mehr als 1.130 Euro erzielen. Rentner aus Ostdeutschland sollen den Berechnungen zufolge hingegen mit 1.239 Euro immerhin über 100 Euro monatlich mehr Rente erhalten.

Frauen prognostiziert man eine deutlich geringere Nettorendite. Diese soll knapp über 800 Euro (Westen) bzw. etwas mehr als 1.100 Euro (Osten) liegen.

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