Altbau oder Neubau?

Altbau
27. Dezember 2017

Immobilien kaufen viele Menschen nur einmal im Leben. Entsprechend wichtig ist eine optimale Vorbereitung. Eine der wichtigsten Entscheidungen lautet: Soll es eine gebrauchte Immobilie sein oder ist ein Neubau gewünscht? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die man gegeneinander abwägen sollte.

Bei einem Neubau können Bauherren entscheiden, wie intensiv sie sich selbst mit dem Bau beschäftigen möchten. Die einfachste Variante ist ein „schlüsselfertiges Haus“ von einem Bauträger. Hier sind wesentliche Elemente des Baus festgelegt. Sonderwünsche berücksichtigt man bei der Ausstattung und oft auch bei der Raumaufteilung. Bei einem frei geplanten „Architektenhaus“ können Bauherren mit entsprechendem Budget größeren Einfluss nehmen. Der Architekt plant den Einsatz der Handwerker und übernimmt die Bauaufsicht. Bei einem „Ausbauhaus“ dagegen werden Bauherren vor allem aktiv, wenn der Rohbau steht. Sie planen und koordinieren die einzelnen Handwerker, ihre  Eigenleistungen und den Einsatz von Hilfskräften. Wer sich für ein Ausbauhaus entscheidet, sollte ausreichend Zeit und handwerkliche Fähigkeiten haben.

Die wichtigsten Vorteile und Nachteile  eines Neubaus:

Neubau+ Materialien auf neuestem Standard: Neubauten werden mit modernen Baumaterialien umgesetzt. Dazu gehört aktuelle Haustechnik, eine gute Wärmedämmung und eine sparsame Heizung. Dadurch spart man deutlich an Heizkosten.

+ Für viele Jahre reparaturfrei: Bei Neubauten ist in der Regel auf längere Sicht nicht mit Renovierungsarbeiten zu rechnen. Der Bauträger und/oder die Handwerker sind zur Gewährleistung verpflichtet.

+ Innenausbau: Der Innenausbau kann bei Neubauten nach eigenen Wünschen erfolgen – meist ohne Kompromisse. Dies gilt für Bodenbeläge, Sanitäreinrichtungen und Wandgestaltung mit Putz oder Tapeten. Sonderwünsche wie ein Kamin können problemlos realisiert werden

Zeitaufwand: Ein wichtiger Nachteil beim Neubau ist der Zeitaufwand. Das gilt umso mehr, wenn man auf einen Architekten verzichtet, die Organisation weitgehend in die eigene Hand nimmt oder auf der Baustelle stark selbst anpackt. Beim Kauf vom Bauträger fällt der Aufwand deutlich geringer aus.

Lage und Bauvorschriften: Auch beim Eigenheim hat man aufgrund der Bauvorschriften nicht immer freie Gestaltungsmöglichkeiten. Neubauten müssen sich in der Regel in die Umgebung einfügen. Das limitiert z.B. die Zahl der Geschosse oder die Dachneigung

Mögliche Kostenexplosion: Meist wird ein Neubau doch teurer als gedacht. Das gilt insbesondere bei frei geplanten Architekten- oder Ausbauhäusern. Mit einer rigiden Kostenkontrolle limitiert man das Risiko. Gleichwohl sollte in die Finanzierung ein Sicherheitspuffer eingebaut werden.

Alternative Altbau

Wer zentral wohnen möchte, findet insbesondere in Altbaugrößeren Städten selten eine Neubauimmobilie. Zudem bevorzugen viele Käufer ohnehin den Charme von Altbauten. Allerdings sind nicht alle Bestandsimmobilien in einem guten Zustand. Vor dem Kauf prüft man daher die Bausubstanz intensiv. Einen ersten Blick sollte man auf das Dach, die Wände und in den Keller werfen. Probleme in diesen Bereichen ziehen oft kostspielige Reparaturen und Sanierungen nach sich. Bei der ersten Prüfung können Freunde vom Fach helfen. Grundsätzlich lohnt sich bei einer hohen Investitionssumme auch die Einschaltung eines Gutachters. Hinweise auf den Erhaltungszustand der Immobilie liefert auch der Energieausweis, der heute bei jedem Verkauf vorgelegt werden muss.

Vorteile und Nachteile bei Altbau-Immobilien

+ Schnell und fixer Kaufpreis: Eine gebrauchte Immobilie ist der schnellste Weg zum Eigenheim. Insbesondere bei einem sehr guten Erhaltungszustand sind die Kosten kalkulierbar. Nach kurzer Renovierung kann man dann direkt einziehen.

+ Beurteilung der Immobilie und des Umfelds: Bei einem Altbau sieht man genau, was man bekommt. Das gilt für das Gebäude selbst, aber auch für die Nachbarschaft und das soziale Umfeld. Damit ist eine genaue Vorstellung der zukünftigen Wohnsituation  möglich.

+ Lage und Grundstücksgröße: Gerade in begehrten Gegenden sind die besten und größten Grundstücke längst vergeben. Wer Wert auf eine zentrale Lage und/oder ein großes Grundstück legt, muss in der Regel zu einer gebrauchten Immobilie greifen.

Kostenfallen: Gebrauchte Immobilien müssen vor dem Kauf genauestens begutachtet werden. Nachträglich festgestellte Mängel können sehr teuer werden. Vor dem Kauf sollte man sich daher von einem Architekten oder Sachverständigen beraten lassen.

Weniger Gestaltungsmöglichkeiten: Das Haus wird gekauft wie es ist. Änderungen beim Grundriss, der Raumaufteilung, usw. sind oft nur mit aufwendigen und kostspieligen Umbaumaßnahmen möglich. Bei Häusern mit Denkmalschutz müssen Änderungen im Fassadenbereich genehmigt werden.

Alte Haustechnik und höhere Nebenkosten: Heizungsanlage, Elektro- und Wasserinstallationen entsprechen bei Altbauten in der Regel oft nicht mehr dem neuesten Stand der Technik. Das verursacht dauerhaft höhere Nebenkosten. Eine Alternative dazu ist eine meist kostspielige Sanierung.

 

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