Welcher Anleihetyp verspricht noch Rendite

Rendite
4. Oktober 2017

Rendite und Risiko gehören bei Finanzanlagen untrennbar zusammen. Das zeigt sich auch bei Investitionen in Anleihen und andere Rentenpapiere. Wer Renditen oberhalb der Inflationsrate erzielen will, muss Risiken eingehen. Bonitäts- und Währungsschwankungen können dann aber auch für empfindliche Verluste sogen.

2016 war es soweit: Käufer von Bundesanleihen bekamen nicht nur keine Zinsen, sondern mussten sogar draufzahlen. Das absolute Tief der negativen Zinsen scheint inzwischen durchschritten. Aber selbst bei zehnjährigen Bundesanleihen liegt die nominale Rendite weiterhin deutlich unter einem Prozent. Das Konzept der sogenannten risikolosen Rendite gibt es nicht mehr. Denn nach Inflation und Abgeltungssteuer machen Anleger mit Rentenpapieren bester Bonität reale Verluste. Es gibt zwar auch weiterhin Anleihen mit positivem Renditepotenzial. Im Gegenzug müssen Anleger bei diesen Papieren aber Risiken akzeptieren. Die wichtigsten Anleiheklassen mit ihren jeweiligen Chancen und Risiken:

Die sichere Variante: Bundeswertpapiere und Pfandbriefe

Deutschland verschuldet sich mit Finanzierungsschätzen, Bundesobligationen und Bundesanleihen.  Diese Papiere bieten mehrere Vorteile: Die Laufzeit dieser Papiere variiert von der täglich kündbaren Tagesanleihe über kurzfristige Finanzierungsschätze bis zu langfristigen Bundesanleihen. Trotz Schuldenkrise und Haushaltsdefizit gehören Bundeswertpapiere zu den sichersten Anleihen überhaupt und erhalten bei den Rating-Agenturen die Bestnote AAA. Nominale Wertverluste sind somit sehr unwahrscheinlich. Wenig Risiko bedeutet aber auch weniger Renditechancen als bei fast allen anderen Anleihen. Eine annähernd gleiche Bonität wie deutsche Staatsanleihen bieten deutsche Kommunalobligationen und Hypotheken-Pfandbriefe, die mit erstrangigen Hypotheken besichert sind.

Mehr Risiko: Auslandsanleihen und Fremdwährungsanleihen

Wenn ausländische Emittenten in Deutschland Anleihen ausgeben, werden diese als Auslandsanleihen bezeichnet. Sie notieren gleichwohl in Euro. In der Regel liegen Renditen und Risiko höher als bei deutschen Anleihen. Wie groß die Unterschiede sind, hängt von der Bonität der jeweiligen Emittenten an. Österreichische und niederländische Anleihen etwa bringen kaum mehr Zinsen als die deutschen. Bei Spanien, Portugal und Italien sind die Unterschiede ausgeprägter. Noch höher sind sie bei Emerging-Market-Staaten mit schwächerem Rating.

Anleihen ausländischer Emittenten auf andere Währungen als Euro heißen Fremdwährungsanleihen. Bei ihnen ist das Risiko noch höher, weil neben dem Ausfallrisiko noch ein Währungsrisiko besteht. Beim Kauf von Fremdwährungsanleihen müssen Anleger abschätzen, wie sich die betreffende Währung bis zum Laufzeitende gegenüber dem Euro entwickeln wird. Denn auch die gewöhnlich höheren Kupons von Fremdwährungsanleihen nutzen wenig, wenn die Währung des ausgebenden Staates oder Unternehmens gegenüber dem Euro deutlich verliert.

Starke Renditeunterschiede: Corporate Bonds

Unternehmensanleihen  sind Anleihen von deutschen oder internationalen Unternehmen. Sie werden auch Corporate Bonds genannt. Insbesondere große Aktiengesellschaften ziehen diese Finanzierung über den Kapitalmarkt einem Bankkredit vor, denn große Geldsummen lassen sich per Anleihe besser und kostengünstiger beschaffen. Die Verzinsung und das Risiko von Corporate Bonds sind wesentlich von der Bonität der Unternehmen abhängig.

Internationale Unternehmen mit extrem stabilen Geschäftsmodell können sich aktuell zu ähnlich günstigen Konditionen verschulden wie stabile Staaten. Die Alternative für risikobereite Anleger sind sogenannte High-Yield-Bonds. Sie stammen von Staaten und vor allem von Unternehmen mit geringer Bonität. Die Schwelle zu diesem Segment  markiert die sogenannte Investmentgrade-Grenze. Wenn Unternehmen von Standard & Poor’s die Note BB+ oder schlechter erhalten, liegen sie unter dieser Grenze. Hier beginnt der hochverzinsliche Bereich, in dem die Zins- und Sicherheitsunterschiede exponentiell ansteigen. BB-Anleihen ist der Zinsaufschlag gegenüber guten Schuldner noch recht gering. Im C-Rating gibt es dagegen oft zweistellige Jahresrenditen. Im Gegenzug muss bei diesen Papieren aber auch mit einer Insolvenz und Totalverlust gerechnet werden.

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