Basisversicherungen für jede Lebenslage

Versicherungen
26. Juli 2017

Vor Schicksalsschlägen ist niemand gefeit. Doch mit den richtigen Versicherungen kann man zumindest den materiellen Schaden begrenzen. Unverzichtbar sind vor allem die Versicherungen, bei denen die finanziellen Folgen unkalkulierbar hoch ausfallen können.

Sicherheitsbedürfnisse sind bei Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Der Bedarf an Absicherung hängt zudem stark von Beruf und Alter ab. Ein Maurer hat andere Berufsrisiken als ein verbeamteter Lehrer, ein Student braucht andere Policen als ein Rentner. Wichtig aber sind in allen Lebenslagen Versicherungen, die bei Schäden einspringen, bei denen die materiellen Folgen unkalkulierbar hoch sind. Diese Versicherungen sind zum Teil gar nicht einmal besonders teuer.

Krankenversicherung: Verpflichtend für alle

Elementar ist eine Krankenversicherung. In Deutschland ist sie seit 2009 per Gesetz verpflichtend, anders als etwa in den USA. Rund 90 Prozent der Deutschen sind Mitglied in einer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (GKV). In der GKV sind die Leistungen weitgehend festgelegt. Die Beiträge hängen vom Einkommen der Versicherten ab, Kinder sind kostenfrei mitversichert. Rund zehn Prozent der Bevölkerung sind rein privat abgesichert, darunter vor allem Beamte, Selbstständige und gutverdienende Angestellte. Ein Wechsel in die private KV sollten sich vor allem besser verdienende Angestellte gut überlegen. Den meist besseren Leistungen und günstigeren Beiträgen in jungen Jahren stehen kostenpflichtige Beiträge für Kinder und hohe Beiträge im Alter gegenüber.

Haftpflichtversicherung: Preiswert und unabdingbar

Wer andere schädigt, haftet dafür. Das kann vergleichsweise glimpflich ausgehen, wenn durch Unachtsamkeit zum Beispiel eine Vase oder auch ein Laptop zu Bruch geht. Es kann aber auch extrem teuer werden, wenn man etwa als Radfahrer unachtsam einen Unfall verursacht, bei dem ein Passant lebenslang geschädigt wird. Dann zahlt sich eine private Haftpflichtversicherung aus. Sie kommt für Personen, Sach- und Vermögensschäden auf und zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Policen für die private Haftpflichtversicherung sind bereits für deutlich unter 100 Euro im Jahr zu haben. Wichtig ist eine ausreichend hohe Versicherungssumme  – fünf bis zehn Millionen Euro Schaden sollten mindestens  abgedeckt sein.

BU-Police: Arbeitskraft absichern

Beruf  und Arbeitskraft sind das wichtigste Kapital. Das Lebenseinkommen summiert sich für die meisten Menschen schon bei einem durchschnittlichen Gehalt zu einem Millionenbetrag. Wer wegen Krankheit oder durch einen Unfall seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ist auf die minimale  Absicherung über die Gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsrente angewiesen. Je früher eine private Berufsunfähigkeitsrente abgeschlossen wird, umso besser. Denn dann sind die Beiträge niedriger und gesundheitliche Probleme seltener, die einen Vertragsabschluss teurer oder gar unmöglich machen. Wer aus gesundheitlichen Gründen keine BU-Police bekommt, kann alternativ eine private Unfallversicherung wählen. Die springt dann zumindest dann ein, wenn die Berufsunfähigkeit als Folge eines Unfalls eingetreten ist.

Timing: Erst Risiko-LV, dann Pflegezusatzversicherung

Spätestens bei Familiengründung oder dem gemeinsamen Kauf einer Immobilie wird Vorsorge für den Extremfall wichtig. Mit einer Risikolebensversicherung kann man die Hinterbliebenen für den Fall der Fälle zumindest finanziell absichern. Die Policen sind in jungen Jahren relativ preiswert. Wenig empfehlenswert ist es, den Risikoschutz mit Kapitalaufbau zu koppeln – etwa in Form einer Kapitallebensversicherung. Denn das ist in der Regel teuer. Zum anderen entfällt der Versicherungsschutz, falls der Versicherungsnehmer das eingezahlte Kapital vor Ablauf der Vertragsdauer benötigt und die Police kündigen muss.

Die Risiko-LV wird mit steigendem Alter teurer und macht zudem weniger Sinn, wenn ein gewissen Sicherheitspolster aufgebaut ist und die Kinder aus der Ausbildung sind. Das dann gesparte Geld könnte im fortgeschrittenen Alter zum Beispiel in eine Pflegezusatzversicherung fließen. Denn Pflege ist teuer und die gesetzliche Pflegeversicherung deckt in der Regel nur einen Teil des Aufwandes ab. Eine Zusatzversicherung kann die zusätzlichen Kosten auffangen und das Einkommen der Familienangehörigen schonen.

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