Finger weg – Wie man betrügerische Wohnungsinserate erkennt

immobilienscout24
2. Mai 2016

Es klingt zu verlockend: Nicht nur auf dem Portal Immobilienscout24 finden sich immer wieder Inserate, die zu schön klingen, um wahr zu sein. Und meist ist es mit der Realität in der Tat nicht weit her, denn Wohnungen oder Häuser gibt es derzeit in gefragten Lagen schlichtweg nicht zu sensationellen Schnäppchenpreisen. Dennoch machen sich Betrüger diese Masche immer wieder zunutze. Dabei ist es gar nicht allzu schwer, solche Inserate zu erkennen.

Oftmals macht allein schon die Höhe der Miete oder der Kaufpreis stutzig. Viele der Offerten sind dermaßen günstig, dass eigentlich sofort klar sein sollte, wie der Hase läuft. Dennoch hoffen Immobiliensuchende auf das große Schnäppchen. Wer über einen solch günstigen Preis stolpert, sollte das Inserat besonders sorgfältig unter die Lupe nehmen.

Warnzeichen 1: Fotos passen nicht zum Text

Oftmals widerspricht sich schon das Foto mit dem Anzeigentext. Ein Beispiel: Es wird ein großzügiges Wohnzimmer gezeigt, die Angaben zur Wohnungsgröße passen aber nicht dazu. Oder es ist von einem Altbau die Rede, aber das Foto zeigt moderne bodentiefe Fenster. Stellt sich der Betrüger geschickter an, vermeidet er solche Auffälligkeiten natürlich. Es kommt auch vor, dass bestimmte Fotos immer wieder verwendet werden und man eventuell darüber einem Betrüger auf die Spur kommt.

Warnzeichen 2: Anbieter ist nicht vor Ort

Wer zunächst ein Schnäppchen wähnt und den Anbieter kontaktiert, wird möglicherweise mit einer mehr oder weniger aufwändigen Geschichte konfrontiert. Diese soll darlegen, warum der Anbieter selber bedauerlicherweise nicht vor Ort sein kann und sich im Ausland aufhält. Zumeist erfolgt die Korrespondenz auf Englisch. Schwieriger wird es, wenn der Betrüger mit Identitätsdiebstahl arbeitet und beispielsweise ein real existierendes Maklerbüro oder eine Privatperson als Kontakt genannt wird. Dann ist der Betrug nicht so schnell zu erkennen.

Warnzeichen 3: Aufforderung zum Registrieren

Eine gängige Masche ist es auch, dem Interessenten mitzuteilen, dass das angefragte Objekt leider schon vergeben sei – aber es gebe die Möglichkeit, sich auf einem Portal zu registrieren. Tage später flattert hierfür eine Rechnung über 80 bis 150 Euro ins Haus, berichtet Immobilienscout24. Zwar erhält man dafür tatsächlich eine Liste mit Angeboten, doch diese sind meist einfach zusammenkopiert aus öffentlich zugänglichen Inseraten.

Warnzeichen 4: Vorkasse

Spätestens dann, wenn der Verkäufer oder Vermieter vor einer Besichtigung eine Überweisung verlangt, sollten die Alarmglocken schrillen. Denn kein seriöser Makler oder Privatanbieter würde Geld verlangen, bevor das Objekt überhaupt besichtigt wurde. Erstaunlicherweise fallen dennoch immer wieder leichtgläubige Menschen dieser Masche zum Opfer. Ein gängiges Muster der Betrüger ist es nach Angaben des Portals Immobilienscout24 zum Beispiel, dass der Wohnungsschlüssel gegen eine Kautionszahlung von ein bis zwei Monatsmieten an den Interessenten geschickt werden soll.

Warnzeichen 5: Der Bezahlweg

Wer selbst bei der Aufforderung, in Vorkasse zu treten, noch nicht alarmiert ist, sollte allerspätestens bei den Bezahlwegen Western Union und Money Gram aufwachen. Denn diese Art des Geldtransfers macht es unmöglich, die Spur des Geldes zu verfolgen. Wer über diesen Weg eine Zahlung leistet, wird das Geld garantiert nie wieder sehen.

Inserate sofort melden

Wer bei der Immobiliensuche auf ein Inserat stößt, das ihm seltsam vorkommt, sollte sofort aktiv werden – auch im Sinne anderer Interessenten. Je eher solche Anzeigen vom Netz genommen werden, desto besser. Das sieht auch Immobilienscout24 so und fordert die Nutzer auf, verdächtige Inserate zu melden. Auf privat betriebenen Webseiten wie wohnungsbetrug.blogspot.de können solche Inserate ebenfalls gemeldet werden. Damit kann jeder dazu beitragen, Betrügern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Wer bereits gezahlt hat, sollte die Polizei verständigen und Strafanzeige erstatten.

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