Gold: Investieren auf verschiedenen Wegen

Gold
8. November 2017

Goldschmuck ist weltweit begehrt. Doch rechnet es sich auch, in Gold als Wertanlage zu investieren? Über lange Zeiträume war das Edelmetall extrem wertstabil. Kurzfristig aber sind die Schwankungen oft größer als bei Aktien. Anleger können auf verschiedenen Wegen an der Entwicklung des Goldpreises teilhaben – per Münze oder Barren, ETC, Goldminenaktien und Investmentfonds.

Gold ist wertvoll – und gilt in unsicheren Zeiten als „sicherer Hafen“. Ob in den USA, Japan oder Europa: Die Zentralbanken haben seit der Finanzkrise die nationale Wirtschaft und die Finanzmärkte mit sehr viel Geld am Laufen gehalten. Die Schulden vieler Staaten sind heute so hoch, dass sie eigentlich nur noch durch Inflation oder Schuldenschnitt abgebaut werden können. Viele Pessimisten greifen daher zu Gold. Aktuell besitzen die Deutschen fast 9000 Tonnen – und damit mehr als doppelt so viel wie die Deutsche Bundesbank.

Argumente für und gegen Gold:

Gold ist langfristig sehr wertbeständig: Schon bei den alten Römern soll eine Toga eine Unze Gold gekostet haben – so viel (rund 1000 Euro) wird heute noch für einen guten Herrenanzug fällig. Gold ist und bleibt knapp: Denn man kann es im Gegensatz zu Buch- und Papiergeld nicht beliebig vermehren. Zudem wird Gold weltweit akzeptiert. Als „Krisenwährung“ hat das Edelmetall über Jahrhunderte Inflationen und Währungsschnitte weitgehend unbeschadet überstanden.

Allerdings gilt diese außerordentliche Wertbeständigkeit nur für längere Zeiträume. Zwischenzeitlich wie etwa von 1980 bis 2000 hat Gold stark an Wert eingebüßt. Gerade weil Gold in Krisen besonders gefragt ist, schwankt der Goldpreis kurz- und mittelfristig sogar manchmal stärker als die Kurse von börsennotierten Unternehmen. Gold verursacht zudem Aufbewahrungskosten und es gibt weder Zins noch Dividende. Auf die aktuellen Minizinsen können Anleger zwar durchaus verzichten, aber bei Aktien machen die Dividenden langfristig nahezu die Hälfte der Rendite aus.

Physisches Gold können Anleger in Form von Münzen (z.B. Krügerrand, Maple Leaf) oder in Barren der unterschiedlichsten Größen kaufen. Dieses sogenannte „Anlagegold“ ist beim Kauf von der Mehrwertsteuer befreit. Dennoch fallen die Kosten für Kauf und Aufbewahrung bei spezialisierten Goldhändlern insbesondere bei kleineren Mengen prozentual höher aus als bei Geldanlagen in Aktien oder Anleihen. Allerdings gibt es bei Goldanlagen einen wichtigen Vorteil: Spekulationsgewinne aus dem Investitionen in physisches Gold sind ab einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei. Wer dagegen in Aktien, ETF/ETC und klassische Investmentfonds investiert, muss unabhängig von der Haltedauer für Gewinne 25 % Abgeltungsteuer zahlen.

Alternativen zu physischem Gold:

Anleger sind heute nicht mehr gezwungen, Barren oder Münzen zu kaufen, um in physisches Gold zu investieren. Mit dem Kauf von Exchange Traded Commodities (ETC) auf Gold können sie kostengünstiger auf das Edelmetall setzen. Allerdings verlieren sie damit erst einmal den direkten Besitz und damit auch einen Teil der Sicherheitskomponente. Anders als die in der Konstruktion verwandten Exchange Traded Funds (ETF) sind ETC auch nicht automatisch besichert. Die Anbieter dieser Produkte hinterlegen jedoch zuweilen Wertpapiere als Sicherheit, bei einigen ETC können sich Investoren das Gold auch aushändigen lassen. Dafür fallen dann aber etwas höhere Gebühren an.

Auch mit Goldminenaktien können Anleger auf die Entwicklung des Goldpreises setzen. Minenaktien profitieren von steigenden Goldpreisen in der Regel überproportional. Bei fallen Goldnotierungen leiden sie aber auch meist stärker. Ihre Kursentwicklung hängt neben dem Goldpreis auch von den Energiekosten und der allgemeinen Tendenz an den Aktienmärkten ab. Einzelne und vor allem kleinere Goldminenaktien schwanken jedoch mitunter sehr stark. Mehr Ruhe für das Depot versprechen Goldminenfonds, die aktiv gemanagt werden und die Risiken streuen.

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