Immer mehr Fachleute raten – Keine neue Kapital-LV abschließen!

Kapialbildene LV noch ratsam?
16. März 2016

2016 dürfte die Kapitallebensversicherung nach Ansicht vieler Experten einen schweren Stand haben. Immer mehr Fachleute raten sogar dazu, keine neue Kapital-LV mehr abzuschließen, falls nicht sehr gute Gründe bestehen, ausschließlich auf dieses Produkt zurückzugreifen. In vielen Fällen lohnen sich sowohl klassische Lebens- als auch private Rentenversicherung einfach nicht mehr. Dies liegt natürlich insbesondere an den deutlich gesunkenen Renditen. Zwar sind neue Kapitallebensversicherungen nach wie vor mit einem Garantiezins von 1,25 Prozent ausgestattet, jedoch verbleiben für den Versicherungsnehmer davon im Schnitt meistens nicht einmal 0,5 Prozent.

 Sinkende Überschussanteile erwartet

Der Garantiezins ist allerdings nur ein geringer Teil der Gesamtrendite, die es bei der klassischen Kapitallebensversicherung sowie bei der privaten Rentenversicherung gibt. Den größten Anteil sollen nämlich die Überschussanteile haben. Jedoch ist auch die Überschussbeteiligung in den vergangenen zwölf Monaten bei vielen Versicherungsgesellschaften zum Teil deutlich gesunken. Zwar kann es eine Alternative sein, die Versicherung mit der Riester-Rente zu kombinieren, um zumindest von der Zulagenrendite zu profitieren. Dies ist allerdings bei einer Kapitallebensversicherung nicht möglich, da es sich um ein nicht riesterfähiges Produkt handelt.

Lediglich die private Rentenversicherung kann in diesem Bereich punkten, da diese auch als Riester-Vertrag abgeschlossen werden kann. Aufgrund dieser negativen Tatsachen ist es relativ verwunderlich, dass jährlich nach wie vor über 1,5 Millionen Verträge im Bereich klassische Lebensversicherung und private Rentenversicherung abgeschlossen werden. Zwar ist dies im Vergleich zu 2005 ein erheblicher Rückgang. Denn damals waren es noch fast drei Millionen Verträge pro Jahr. Dennoch müssen es aus Sicht mancher Experten allerdings noch deutlich weniger Verträge sein, da die Kapitallebensversicherung in vielen Fällen zum langfristigen Vermögensaufbau gedacht ist.

Warum werden nach wie vor so viele Verträge abgeschlossen?

Aufgrund der geschilderten Situation stellt sich natürlich die Frage, warum dennoch im Bereich der privaten Rentenversicherung und Kapitallebensversicherung so viele Verträge neu abgeschlossen werden. Fachleute haben dazu unter anderem die folgenden Antworten gefunden:

  • Altersvorsorge ist für Verbraucher ein dringendes Thema
  • Besuch von Versicherungsvermittlern führt oft zum Abschluss
  • Lebens- und Rentenversicherung sind nach wie vor die bekanntesten Produkte
  • Absicherung für den Todesfall und damit der Familie als schlagendes Argument

Trotz dieser durchaus auf den ersten Blick guten Argumente ist es dennoch so, dass es oftmals eine bessere Alternative zur Kapitallebensversicherung gibt. Selbst wenn für den Verbraucher nicht nur der Vermögensaufbau, sondern auch die Todesfallabsicherung im Vordergrund steht, kann eine Kombination aus zwei anderen Produkten, beispielsweise aus einem Fondssparplan und einer reinen Risikolebensversicherung, in nicht wenigen Fällen die bessere Variante sein. Daher ist es wichtig, bei der Lebensversicherung auch zu unterscheiden, ob es sich um eine kapitalbildende Lebensversicherung oder um eine Risikolebensversicherung handelt. Darüber hinaus gibt es die kapitalbildende Lebensversicherung in verschiedenen Varianten, beispielsweise als klassische Lebensversicherung oder auch als fondsgebundene Lebensversicherung.

Hintergrund: die Kapitallebensversicherung kurz erläutert

RuhestandDamit Sie besser verstehen, warum es im Bereich der Kapitallebensversicherung derzeit einige rentablere Varianten gibt und dieses Produkt bei Weitem nicht mehr so empfehlenswert, wie noch vor einigen Jahren ist, ist es wichtig, zumindest Grundkenntnisse über dieses Versicherungsprodukt zu haben. Vereinfacht dargestellt handelt es sich bei der kapitalbildenden Lebensversicherung um ein Kombi-Produkt, welches zum einen aus einer Risikolebensversicherung und zum anderen aus eine Art Sparplan besteht, der auch zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge gedacht ist. Die Kapitallebensversicherung wird auch als Versicherung für den Lebens- und Todesfall bezeichnet. Denn die Leistung wird entweder am Ende der vereinbarten Laufzeit erbracht oder spätestens mit dem Tod des Versicherungsnehmers.

Probleme bei der Rendite im Bereich kapitalbildender Lebensversicherung

Dass die kapitalbildende Lebensversicherung heutzutage kaum noch empfehlenswert ist, liegt insbesondere an der erheblich gesunkenen Rendite. Dazu müssen Sie wissen, dass sich die Rendite aus mehreren Faktoren zusammensetzt:

  • Garantiezins
  • Überschussbeteiligung
  • Kosten (Risiko- und Kostenanteil)
  • Abschlussprovision

Während die Kosten bei der kapitalbildenden Lebensversicherung in der Vergangenheit relativ stabil geblieben sind, ist der Rückgang der Rendite insbesondere auf die gesunkenen Garantiezinsen und vor allem auf die ebenfalls reduzierten Überschussanteile zurückzuführen. Das große Problem besteht für die Lebensversicherungsgesellschaften darin, dass die Zinsen am Kapitalmarkt sich schon seit geraumer Zeit auf einem äußerst geringen Niveau befinden. Teilweise haben Lebensversicherer mittlerweile schon Probleme, die aus älteren Verträgen resultierenden höheren Garantiezinsen zahlen zu können.

Auch aus diesen Gründen bewegt sich die Gesamtrendite bei der Kapitallebensversicherung aktuell in vielen Fällen nur noch bei unter vier oder teilweise sogar unter drei Prozent. Während die laufende Verzinsung bei einem Neuabschluss beispielsweise im Jahre 2006 noch bei über 4,2 Prozent lag, betrug die laufende Verzinsung im Durchschnitt im vergangenen Jahr (2015) nur noch knapp über 3,1 Prozent. All diese Faktoren führen natürlich dazu, dass die Kapitallebensversicherung insbesondere für Sparer und Anleger immer unattraktiver wird, bei denen der Vermögensaufbau im Vordergrund steht.

Fazit zur kapitalbildenden Lebensversicherung

Die negative Entwicklung im Bereich der kapitalbildenden Lebensversicherung dürfte sich voraussichtlich auch in diesem Jahr weiter fortsetzen. Da aktuell nicht von steigenden Kapitalmarktzinsen auszugehen ist, dürften die Überschussanteile auch 2016 kaum steigen, sodass es nach wie vor einige rentablere Alternativen zur Kapitallebensversicherung gibt, wenn der langfristige Vermögensaufbau geplant ist. Zwar handelt es sich um ein sehr sicheres Produkt, aber mit einer Kombination aus Risikolebensversicherung und einem anderen „Sparprodukt“ können viele Verbraucher eine genauso gute Absicherung und dazu noch eine höhere Rendite erreichen.

Ist dieser Artikel hilfreich?
Vote DownVote Up +5
Loading...