Immobilien Folgekosten – Eigentum verpflichtet

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6. Dezember 2017

Wenn die Immobilie abbezahlt ist, leben Eigentümer zwar ohne Miet- und Kreditbelastung – aber längst nicht kostenfrei. Die Faustregel: Je älter die Immobilie beim Kauf war und je länger man sie langfristig bewohnt, umso stärker steigt der Finanzbedarf. Renovierungen, Sanierungen oder auch ein altersgerechter Umbau erfordern einen größeren finanziellen Aufwand.

Einmal den Kaufpreis gestemmt und dann ist finanziell Ruhe: Weit gefehlt! Immobilienbesitzer brauchen zum Beispiel Versicherungsschutz – neben der Wohngebäudeversicherung werden auch Kosten für eine Haftpflichtversicherung und ggf. Hausrats- und Rechtsschutzversicherung fällig. Das sind aber nicht die einzigen Mehrkosten, die Eigentümer gegenüber Mietern haben. Bereits beim Einzug in einen Neubau sollten Käufer nach Einschätzungen von Immobilienexperten für die späteren Kostenbelastungen etwa 0,5 Prozent des Kaufpreises pro Jahr in eine Instandhaltungsrücklage investieren. Bei gebrauchten Immobilien ist eher ein Prozent zu veranschlagen. Und wenn seit der letzten gründlichen Überarbeitung der Immobilie schon viele Jahre vergangen sind, dürfen es auch 1,5 oder 2 Prozent sein. Wer die Rücklagen anspart und das Kapital u.U. auch noch durch geschickte Anlage in ETF- oder Fondssparplänen mehrt, kann größeren Sanierungen oder altersgerechten Umbauten ruhig entgegen blicken. Wer sie dagegen nicht auf dem Schirm hat, muss bei Großprojekten oft noch einmal einen Kredit aufnehmen

Gründlich renovieren

Bei Immobilien ist es nicht anders als bei Autos: Selbst neue Immobilien muss man regelmäßig prüfen, bei gebrauchten ist es sogar teurer. Schon rund um den Einzug fallen bei Käufern mehr Kosten als bei Mietern. Denn in die eigene Wohnung oder das eigene Haus investiert man in der Regel mehr, als in fremdes Eigentum. Das hält auch Jahre nach dem Einzug an. Hochwertige Bodenbeläge, neue Tapeten oder ein Glattputz verursachen Kosten. Auch die Pflege der Außenanlagen fordert nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Verschönerungen können auch mal warten, wenn das Geld etwas knapp ist. Müssen jedoch Schäden beseitigt werden, ist vom Aufschieben abzuraten. Das gilt etwa für Wasser- oder Dachschäden. Wer als Eigentümer hier Instandhaltung und Reparaturen versäumt, zahlt später umso stärker für Folgeschäden. 

Energieeffizient sanieren

Als Eigentümer lohnt es sich, umfassende Sanierungen rechtzeitig anzugehen.  Investitionen in die Technik und Energieeffizienz senken den Energieverbrauch, erhöhen den Komfort und den Wert der Wohnung – und sie werden häufig auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben.  Die Investitionen rechnen sich auf lange Sicht, erfordern aber einen hohen Kapitaleinsatz.

Auch die normale Ausstattung muss irgendwann erneuert werden, die Lebensdauer hängt stark von der Qualität der ursprünglich gewählten Materialien ab. Als Faustformel gilt: Nach etwa 30 Jahren sollten Sanitärobjekte, Schalter und Steckdosen ausgetauscht werden. Danach drohen Großbaustellen: Neue Wasserrohre und Hauselektrik, Fenster und Heizkörper und auch das Dach sind meist binnen 50 Jahren fällig.

Altersgerecht umbauen

Wer mit 35 oder 40 Jahren ein Haus kauft, denkt meist an seine kleinen Kinder, aber selten an das eigene Alter. Wer aber als Großvater oder Großmutter weiter im alten Haus bleiben möchte, sollte es altersgerecht umbauen. Je nach Gesundheitszustand können verschieden bauliche Anpassungen notwendig werden. Haltegriffe an Bad, WC und Arbeitsplatte sind sinnvoll und preisgünstig. Teurer wird es, wenn rollstuhlgerecht umgebaut werden muss. Nutzer von Rollstühlen und auch von Rollatoren brauchen breitere Türen und sind auf treppenlose Zugänge angewiesen.

Vor allem in klassischen Reihenhäusern mit mehreren Etagen kann der Einbau eines Treppenliftes erforderlich werden. Kosten verursacht unter Umständen auch der Umbau des Badezimmers – vielleicht muss die Badewanne einer ebenerdigen Dusche weichen, die auch mit Badesitz genutzt werden kann?  .

Öffentliche Mittel nutzen

Bei energetischen Sanierungen und altersgerechten Umbauten kommen schnell hohe fünfstellige Summen zusammen. Die KfW fördert Investitionen für diese Zwecke über zinsgünstige Darlehen. Energieeffiziente Sanierungen werden mit bis zu 100.000 Euro zinsvergünstigtem Kredit oder bis zu 30.000 Euro Zuschuss gefördert. Im Programm für Altersgerechte Umbauten liegt die maximale geförderte Kreditsumme bei 50.000 Euro. Alternativ können Privatpersonen auch Zuschüsse von maximal 6.250 Euro pro Wohnung nutzen, wenn sie Barrieren reduzieren und das Objekt einbruchsicherer machen.

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