Marktbericht: Ausblick 2018 – Optimismus überwiegt

Auftakt
27. November 2017

Die Prognosen für das kommende Jahr stimmen Anleger positiv. Dow Jones, Dax und die Börsen der Schwellenländer ziehen nach Meinung der Analysten weiter an.

Mit dem Börsenjahr 2017 können Anleger bislang zufrieden sein. Seit Jahresanfang schaffte der DAX rund zwölf Prozent. Treffen die Experten-Prognosen ein, dann sind auch im kommenden Jahr ordentliche Gewinne drin. Die Deutsche Bank traut dem deutschen Leitindex dank eines weiterhin robusten Aufschwungs der Weltkonjunktur und anziehender Unternehmensgewinne bis Ende 2018 einen Anstieg auf 14100 Punkten zu. Das entspräche einem ein Plus von rund acht Prozent. Der EuroStoxx 50 werde auf 3850 Punkte (aktuell 3537 Punkte) klettern und der US-Leitindex S&P 500 (aktuell 2595 Punkte) beendet das Jahr 2018 mit 2850 Zählern. Allerdings müssten sich Investoren 2018 auf eine höhere Volatilität einstellen, warnt die Deutsche Bank. Für Unruhe könnten unter anderem der starke Euro aber auch geopolitische Spannungen etwa um Nordkorea sorgen. Von der Europäischen Zentralbank droht dagegen Gefahr. Einen ersten Zinsschritt der EZB erwartet die Deutsche Bank erst 2019.

US-Steuerreform entscheidend

Im Vergleich zur Deutschen Bank ist das US-Investmenthaus Goldman Sachs für den S&P 500 wesentlich optimistischer. Ende 2018 kann der Index, der die Aktien der 500 größten US-Unternehmen umfasst, auf 2850 Punkte steigen. Das wäre vom aktuellen Stand ein Zuwachs von etwa zehn Prozent. Der vorhergesagte Kursaufschwung ist jedoch an eine Bedingung gebunden. Donald Trump muss seine Steuerreform durch den Kongress bringen. Der US-Präsident will die Unternehmenssteuern von derzeit 35 auf 20 Prozent senken. Findet er dafür eine Mehrheit, werden die Gewinne der Unternehmen im nächsten Jahr um 14 und 2019 noch einmal um fünf Prozent steigen. Die Steuerreform werde sich auch als langfristiger Treiber für die Wall Street erweisen. Im Jahr 2020, so Goldman Sachs, kann der S&P bei 3100 Zählern notieren. Gelingt Trump die Reform jedoch nicht, geht es Richtung Süden. Der S&P 500 würde dann auf 2450 Punkte abrutschen.

Tesla fährt an die Wand

Die Investmentbank Morgan Stanley hat bereits Überlegungen angestellt, welche Aktien im nächsten Jahren wohl am besten abschneiden können. Unter den Top-Empfehlungen finden sich unter anderem Amazon, Google und die Bank of America. Einen zunächst kräftigen Anstieg, in der zweiten Jahreshälfte aber einen ebenso tiefen Absturz erwartet Morgan Stanley für den Elektroautohersteller Tesla.

Auch die Rally in den Schwellenländern  – der MSCI Emerging Markets legte in diesem Jahr bereits 28 Prozent zu – hält nach Ansicht der großen Investmentgesellschaften an. Es sei noch nicht zu spät einzusteigen, meint etwa BlackRock. Insbesondere die asiatischen Börsen seien noch relativ günstig bewertet. Zu den Favoriten der Region zählt die Gesellschaft China, Indien und Indonesien. Die jeweiligen Regierungen hätten wachstumsfreundliche Reformen auf den Weg gebracht, begründet BlackRock seine Einschätzung. Auch die Schweizer Gesellschaft GAM sieht weiterhin gute Chancen in den Schwellenländern. Das makroökonomische Umfeld könne noch zwei Jahre positiv bleiben. Auf Grund steigender Kreditnachfrage werde das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2018 positiv überraschen und auf vier Prozent.

Warnende Stimme

Jim Rogers schwimmt jedoch gegen den Strom. Die Investorenlegende sieht den größten Crash aller Zeiten heraufziehen. Den Börsenabsturz könnten „viele kleine Dinge“ auslösen, meint Rogers. So muss es nicht kommen. Rogers Warnung ist dennoch hilfreich. Trotz des allgemeinen Optimismus sollten Anleger nicht nur ins Risiko gehen, sondern sich auch in defensiven Anlagen engagieren.

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