Marktbericht: Dividendenjahr 2018: Rekorde in Sicht

Auftakt
18. Dezember 2017

Deutschland ist ein starker Wirtschaftsstandort, der die Unternehmen im globalen Wettbewerb stärkt. Davon profitieren auch die Aktionäre. Sie werden an den Gewinnen großzügig beteiligt. Allein die DAX-Unternehmen schütten im kommenden Jahr 35 Milliarden Euro aus.

Am  31. Dezember 2017 feiert der DAX seinen mittlerweile 30. Geburtstag. Der deutsche Leitindex ist demnach ein Steinbock. Unter diesem Sternzeichen geborene sind laut den Astrologen von ruhiger Natur, zeigen aber dennoch Ehrgeiz.

Eine ruhige Natur ist sicherlich nicht das vorherrschende Merkmal des DAX. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Zeiten mit hohen Schwankungen. Ehrgeiz aber lässt sich durchaus unterstellen. Der Leitindex kletterte von 1000 auf aktuell über 13000 Punkte. Die durchschnittliche jährliche Entwicklung betrug laut der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors demnach rund zehn Prozent. Viel spricht dafür, das auch künftig Renditen in ähnlicher Größenordnung zu erzielen sein werden.

Der steile Anstieg des DAX ist zum einen auf die starke Managementleistung der Unternehmens-Chefs zurückführen. Die Firmen und damit der DAX, der ja auch immer die Entwicklungen der deutschen Wirtschaft widerspiegelt, profitierten aber auch von den vielen Standortvorteilen, die Deutschland aufzuweisen habe, meint Thomas Orthen, Fondsmanager des Fondak, dem ältesten Aktienfonds Deutschland.  Zu Deutschlands „Assets“  zählt Orthen unter anderem die politische Stabilität, der hohe Ausbildungsstand, der starker Mittelstand, eine relativ gleiche Einkommensverteilung sowie ein sicheres Investitionsumfeld.

Bewertungen noch im Rahmen

An den grundsätzlich guten Voraussetzungen für Kursgewinne ändert sich so schnell nichts, auch wenn es mit der Regierungsbildung in Berlin noch ein wenig länger dauern sollte. Die Wirtschaft leidet darunter bislang jedenfalls nicht. DAX-Unternehmen sind und bleiben daher ein attraktiver wie langfristiger Bestandteil im Depot. Wer sich bislang noch nicht engagiert hat und nun den Einstieg erwägt, muss nicht fürchten, zu spät zu kommen. Die Bewertungen liegen trotz der Phase anziehender Notierungen nur leicht über dem historischen Durchschnitt und erscheinen angesichts prognostizierter Gewinnsteigerungen der Unternehmen keineswegs als zu hoch.

Zum anhaltenden Engagement motivieren aber auch die Ausschüttungen der Unternehmen an die Aktionäre. Die Commerzbank erwartet im kommenden Jahr einen Anstieg der Dividendensumme der im DAX gelisteten Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf das Rekordniveau von 35,3 Mrd. Euro. Zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern im DAX zählen etwa der Rückversicherungskonzern Munich Re und die Allianz. Aber auch deutsche Aktien, die nicht im DAX notieren, sind schon allein aus Ausschüttungsgesichtspunkten interessant. Die DZ-Bank zählt dazu unter anderem die im MDAX gelisteten Unternehmen Deutsche Euroshop und den Axel-Springer-Verlag.

Besonders attraktiv sind derzeit aber Werte aus dem Tec-DAX. Experten gehen davon, dass mehr als die Hälfte der im Technologiewerteindex gelisteten Unternehmen die Dividende anheben werden. Zu den sogenannten Dividendenaristokraten zählen beispielsweise Pfeiffer Vacuum und der Cloud-Computing-Anbieter Cancom.

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