Marktbericht: Gelungener Auftakt

Auftakt
8. Januar 2018

Das Momentum an den Börsen hält an. Immer neue Rekordmarken werden erreicht. Auch der Anstieg des Ölpreises vermag die gute Stimmung nicht zu trüben.

Für US-Anleger hat das neue Jahr gut begonnen. Der Leitindex Dow Jones kletterte in der ersten Handelswoche auf 25000 Punkte, dem höchste Stand in seiner über 100 jährigen Geschichte. Angesichts der relativ guten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt  – im Dezember  wurden 250000 neue Jobs geschaffen  – der im historischen Vergleich immer noch niedrigen Zinsen sowie der Aussicht auf Steuererleichterungen für Unternehmen ist die neue Rekordmarke keine allzu große Überraschung. Auch der Technologieindex Nasdaq und der S&P 500 erreichten neue Allzeithochs. Nach Ansicht der UBS hält der Aufwärtstrend jenseits des Atlantiks an. Dem S&P 500 beispielsweise trauen die Analysten im Laufe des Jahres ein weiteres Plus von rund 18 Prozent zu.

DAX-Prognose Ende 2018: 15000 Punkte

Von den guten Vorgaben aus den USA profitierten auch die Börsen in Tokio und in Frankfurt. Der Nikkei kletterte vergangene Woche auf den bislang höchsten Stand seit 26 Jahren. Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer sprang über die 13300 Punkte. Zu den Gewinnern zählte unter anderem der Chemiekonzern Bayer. Experten erwarten, dass die Übernahme des Monsanto-Konzerns bereits in den ersten drei Monaten des Jahres abgeschlossen werden kann. Bis zum Ende des Jahres sind weitere Kursanstiege drin. Besonders optimistisch fällt die Prognose des Schweizer Geldhauses J Safra Sarasin aus. Demnach klettert der DAX im Jahresverlauf auf 15000 Punkte. Das würde einem Plus von rund zwölf Prozent entsprechen.

Zu den Überraschungen des neuen Jahres zählt jedoch die Entwicklung am Ölmarkt. Die Notierung für das schwarze Gold  kletterte auf 68 Dollar pro Barrel, das ist der höchste Stand seit fast drei Jahren. Als Ursache für den Preisauftrieb werden zum einen die Proteste im Iran und die Produktionskürzungen der in der Opec zusammengeschlossen Ölförderer genannt. Seit Anfang 2016 produzieren die Förderstaaten zusammen mit dem nicht zur Opec gehörenden Russland  täglich 1,8 Millionen Barrel (à 159 Liter) Öl pro Tag weniger, um so das Überangebot abzubauen.

Auch die aktuelle Kältewelle in den USA dürfte zum Preisanstieg beigetragen haben. Hält der Trend an? Wenn ja, dann müssten die optimistischen Kursprognosen für das laufende Jahr nach unten korrigiert werden. Unter höheren Energiepreisen leiden Konsumenten wie Unternehmen.

Korrektur des Ölpreises in Sicht

Egon Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank, beruhigt jedoch. Seiner Meinung ist der Anstieg vor allem auf das Engagement spekulativer Anleger zurückzuführen. Die Fundamentaldaten rechtfertigen seiner Meinung den aktuellen Trend jedenfalls nicht. Der Experte prognostiziert innerhalb der nächsten Monate daher eine Korrektur von bis zu 15 Prozent. Allerdings gibt es eine Unsicherheit. US-Präsident Donald Trump dürfte Ende der Woche die im Zuge des Atomabkommens gelockerten Sanktionen gegen den Iran im Alleingang wieder verschärfen. Darunter könnte auch die Öl-Förderung des Irans, immerhin der weltweit drittgrößte Produzent – leiden und sich so das Angebot auf dem Weltmarkt weiter reduzieren. Bislang aber geht die Mehrheit der Experten  davon aus, dass der Ölpreis sich in einer Bandbreite von 60 bis 65 Dollar pro Barrel halten wird.

Unter den guten Perspektiven sollte dagegen der Goldpreis leiden. Laut Goldman Sachs wird  das Edelmetall im Laufe des Jahres nicht als sicherer Hafen benötigt werden. Die Bank rechnet mit einem Rückgang der Unze auf nur noch 1200 Dollar. Aktuell notiert Gold bei 1319 Dollar. Bislang sieht es gut. An dem Goldilocks-Szenario – das Wachstum der Weltwirtschaft ist weder zu hoch noch zu niedrig, auch die Inflation bleibt moderat – ändert sich vorerst nichts.

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