Neue Privatrenten gegen die Zinsflaute – Wie gut sind Rentenversicherungen auf ETF-Basis?

ETF
24. März 2016

Immer weniger Ertrag, unzufriedene Kunden – die klassische Rentenversicherung steht in der Kritik. Um die Ergebnisse zu verbessern setzt die Assekuranz verstärkt auf fondsgebundene Policen. Vor allem Indexfonds (ETF) gelten als neue Hoffnungsträger der Policenmanager. Die computergesteuerten Portfolios sind preiswert und versprechen stabilere Gewinne als klassische Fonds. Halten ETF-Policen, was die Werbung verspricht?

Private Rentenversicherungen auf ETF-Basis funktionieren auf den ersten Blick adäquat zu Rentenpolicen mit aktiv gemanagten Fonds: Beide Produktvarianten investieren die Kundengelder in Fonds und hoffen auf eine üppige Wertentwicklung. Vorteilhaft für Kunden ist, dass weder Ausgabeaufschläge noch Börsenspesen anfallen. Auch wenn im Lauf der Zeit Fonds umgeschichtet werden, bleiben Kaufgebühren außen vor. Die monatlichen Beiträge sind zwar nicht steuerlich absetzbar, dafür bleiben Kursgewinne während der Sparphase abgeltungssteuerfrei. Auch die Auszahlungen am Vertragsende sind steuerbegünstigt: Läuft der Vertrag bis zum 62. Lebensjahr und wurden zwölf Jahre lang Beiträge gezahlt, greift der Fiskus bei Kapitalauszahlung nur auf die Hälfte des Ertrags zu. Entscheidet sich der Sparer für monatliche Rentenzahlung, wird lediglich der Ertragsanteil besteuert. Bei einem Rentenstart mit 65 Jahren unterliegen zum Beispiel nur 18 Prozent der Rentenleistung der Besteuerung.

Kostenvorteile für Privatrenten auf ETF-Basis

Unterschiede zwischen Privatrenten mit klassischen Fonds und Indexfonds finden sich vor allem bei den Fondskosten – und dies hat Auswirkungen auf die Gesamtkosten des Vertrags. Klassische Aktienfonds erheben jedes Jahr ein bis zwei Prozent an Gebühren, ETF‘s kosten hingegen nur 0,2 bis 0,6 Prozent. Im Ergebnis kann eine private Rentenpolice auf ETF-Basis, die vorrangig in Index-Aktienfonds investiert, bis zu anderthalb Prozent preiswerter wirtschaften als eine Rentenversicherung mit aktiv gemanagten Fonds.

Fondsgebühren nicht Eins zu Eins übertragbar

Unterschiedlich hohe Fondskosten schlagen allerdings nicht Eins zu Eins auf die Vertragskosten durch. Die Kosten fondsgebundener Privatrenten beinhalten nämlich nicht nur externe Fondsgebühren, sondern auch Verwaltungsgebühren der Versicherungsgesellschaft sowie Abschluss- und Vertriebskosten. Unterm Strich kann eine ETF-Police mehr als einen Prozentpunkt preiswerter sein als eine Privatrente mit klassischen Fonds – muss es aber nicht. Dies nachzuprüfen, ist ziemlich schwierig, da sich die Versicherungsgesellschaften bei Kostenangaben sehr bedeckt halten.

ETF-Policen nicht immer mit Renditevorteilen

Die Kostenvorteile von Indexfonds können zu einer besseren Nettowertentwicklung führen als Policen mit aktiv gemanagten Fonds. Eine Garantie hierfür gibt es aber nicht. Zwar laufen in der Regel etwa drei Viertel der Indexfonds besser als vergleichbare klassische Fonds, so dass in den meisten Fällen eine Outperformance der ETF-Police gegenüber der klassischen Fondspolice zu erwarten ist. Performen jedoch die Fondsklassiker besser als ihre ETF-Pendants oder trifft der Policenmanager bzw. der Sparer eine bessere Fondsauswahl, kann die Police mit den aktiv gemanagten Fonds die Nase vorn haben. Entgegen dem allgemeinen Trend haben zum Beispiel im Jahr 2015 sehr viele Fondsmanager ihren Vergleichsindex geschlagen und deren Fonds damit bessere Ergebnisse erzielt als die hoch gelobten Indexfonds.

Was ist die bessere Wahl?

Der Ertrag einer privaten Rentenversicherung auf Fondsbasis wird vor allem von den Kosten und den Wertgewinnen der Fonds beeinflusst. In beiden Fällen erzielen Policen auf ETF-Basis Punktvorteile. Eines sollte Vorsorgesparern aber klar sein: Egal, ob Fondspolice mit ETF oder klassischen Fonds, niemand kann vorhersagen, welcher Fonds am Ende besser läuft. Der Kostenvorteil durch preiswerte ETF’s ist aber in jedem Fall sicher.

  • Tipp: Privatrenten auf Fondsbasis können Verluste nicht ausschließen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der kann eine fondsgebundene Riester-Rente abschließen. Hier sind zumindest alle eingezahlten Beiträge inklusive der staatlichen Fördergelder zum Rentenstart garantiert. Lediglich die Kursgewinne sind nicht gesichert.

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