Neue Regionalklassen ab 2016 – Welche Region profitiert, welche verliert?

25. Juli 2016

Im kommenden Jahr kann die Autoversicherung teurer oder preiswerter werden. Das hängt unter anderem davon ab, in welche Regionalklasse das Fahrzeug eingestuft wird. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) legt die Regionalklassen jedes Jahr neu fest. Sie richten sich nach der Schaden- und Unfallbilanz eines Fahrzeugtyps innerhalb einer bestimmten Region für den Zeitraum der letzten fünf Jahre. Die Regionalklassen sind ein wichtiger Parameter für die Berechnung der Versicherungstarife in der Kfz-Haftpflichtversicherung und in der Kasko-Versicherung. Dort wo es häufig und heftig kracht, sind die Tarife teurer als in unfallarmen Regionen.

Der GDV veröffentlichte jetzt die Regionalklassen für kommendes Jahr. Dabei zeigt sich ein insgesamt positiver Trend: Rund 20 Prozent der deutschen Autofahrer werden künftig in eine günstigerer Regionalklasse eingestuft und dürfen somit auf eine preiswertere Versicherungsprämie hoffen. Für 15 Prozent wird es hingegen teurer.

  • Diese Regionen profitieren: Besonders niedrig eingestufte Regionalklassen finden sich – wie in den Vorjahren – in Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Die bundesweit beste Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung weist zum Beispiel der Zulassungsbezirk Prignitz in Brandenburg auf.
  • Regionen mit ungünstiger Regionalklasse: Deutlich über dem Durchschnitt liegen sämtliche deutschen Großstädte sowie Teile Bayerns. Die höchste Schadenbilanz erreichen die Millionenstädte Hamburg, Berlin und München.

Geringe Auswirkungen auf die Kasko-Versicherung

Wie der GDV mitteilt, werden die Änderungen bei den Regionalklassen nur moderate Auswirkungen auf die Kasko-Tarife haben. Für jeweils knapp 90 Prozent der Voll- oder Teilkasko-Versicherten soll alles beim Alten bleiben, nur für rund zehn Prozent stehen Änderungen an. Gut lachen haben Autofahrer in der Wesermarsch in Niedersachsen, denn diese Region weist die beste Schadenbilanz in der Vollkasko-Versicherung auf. In der Teilkasko-Versicherung ist es der Zulassungsbezirk Münster in Westfalen. Ungünstig sieht es hingegen in Bayern aus. Den Landkreis Ostallgäu trifft es besonders hart, denn dort stellten die GDV-Statistiker die höchste Schadenquote sowohl in der Voll- als auch in der Teilkasko-Versicherung fest.

Fahrstil beeinflusst Haftpflichtversicherung

Das Fahrverhalten der Autolenker beeinflusst maßgeblich die Regionalklassen-Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Der GDV setzt hierzu die Anzahl der Unfallschäden in Relation zu den im Zulassungsbezirk gemeldeten Fahrzeugen sowie zur durchschnittlichen Schadenhöhe. Kommt es an bestimmten Unfallschwerpunkten zu überdurchschnittlichem Schadenaufkommen, bleibt dies nicht ohne Auswirkung auf die Kaskoversicherung. Außerdem finden Parameter wie Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden sowie die Anzahl der Wildunfälle Eingang in die Berechnung der Kaskoversicherung. Freuen dürfen sich im kommenden Jahr Autofahrer im Saarland. Dort gelten für 52 Prozent niedrigere Regionalklassen. In Bayern profitieren rund 31 Prozent und in Hessen etwa 25 Prozent.

Indexwert bestimmt Regionalklasse

Aus den ermittelten Schadenbilanzen der einzelnen Zulassungsbezirke errechnen die Experten des GDV versicherungsmathematisch einen Indexwert, der die jeweilige Regionalklasse bestimmt. Der Bereich der Haftpflichtpflichtversicherung wird in zwölf, die Teilkasko in 16 und die Vollkasko in neun Regionalklassen unterteilt. Je besser die Schadenbilanz und damit die Einstufung in eine Regionalkasse, desto günstiger kann der Versicherungsbeitrag ausfallen. Allerdings kann man aus einer geänderten Regionalklasse nur eine Tendenz für die Entwicklung der Kfz-Versicherungsprämie ableiten, keine konkreten Zahlen oder Prozente. Dazu ist der Versicherungsbeitrag von zu vielen weiteren Faktoren abhängig.

  • Tipp: Wenn Sie wissen möchten, in welche Regionalklasse Ihr Fahrzeug eingestuft ist, dann können Sie sich auf der Internetseite: www.gdv.de/regionalklassen-abfrage/ darüber informieren.
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