Risikolebensversicherung – Was zu beachten ist

Risikolebensversicherung
29. Mai 2015

Üblicherweise sind die Verbraucherzentralen in puncto Versicherungen kritisch eingestellt, doch für Risikolebensversicherungen heben sie ganz klar den Daumen: Sie seien für Familien immer dann dringend erforderlich, wenn mit dem Tod eines Elternteils oder Partners eine finanzielle Lücke entstehe, die anders nicht zu schließen wäre, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch für unverheiratete Paare kann diese Versicherung ratsam sein. Denn anders als bei Verheirateten erhält der Partner keine Rentenleistungen über den Verstorbenen.

Gleichbleibende oder fallende Versicherungssumme?

Eine Variante der Risikolebensversicherung ist die Restschuldversicherung. Die Höhe der Absicherung ist an den Darlehensverlauf angepasst und dient dazu, im Todesfall die dann noch offenen Schulden zu tilgen. Oftmals ist eine konstante Versicherungssumme aber nur unwesentlich teurer als eine fallende. Sie ist dann die bessere Wahl, da auf diesem Wege automatisch die Absicherung der Hinterbliebenen steigt. Im Todesfall bleibt nach Tilgung des Darlehens noch ein Betrag frei, den man für den laufenden Unterhalt verwenden kann. Parallel eine Restschuldversicherung über den Kreditanbieter abzuschließen, lohnt in den meisten Fällen nicht. Günstiger sei es, nach eigener Recherche separat eine zumeist preisgünstigere Risikolebensversicherung abzuschließen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Prämien vergleiche

Da man im Gegensatz zu Kapital-Lebensversicherungen kein Vermögen aufbaut, sind die Prämien deutlich niedriger und ermöglichen eine umfassendere Absicherung durch eine höhere Todesfallleistung. Die Höhe der Prämie hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Frage, ob der Versicherte Raucher oder Nichtraucher ist. Je jünger er bei Vertragsabschluss ist, desto niedriger ist die Prämie außerdem. In der Regel reicht das Ausfüllen eines Fragebogens zum Gesundheitszustand für den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Bei hohen Versicherungssummen kann es sein, dass die Versicherer weitere Informationen fordern, beispielsweise ein Blutbild oder ein Belastungs-EKG. Da die Summen, ab denen der Gesundheitszustand deutlich präziser überprüft wird, je nach Versicherer variieren, kann es sinnvoll sein, mehrere Anbieter unter die Lupe zu nehmen.

Wichtig ist unbedingt, die Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, da ansonsten der Wegfall des Versicherungsschutzes droht. Der Bund der Versicherten (BDV) empfiehlt Interessenten mit Vorerkrankungen, über einen Vermittler eine so genannte Risikovoranfrage stellen zu lassen. Diese erfolgt im Gegensatz zur selbst ausgefüllten Anfrage anonym, was je nach Ergebnis der Gesundheitsprüfung vorteilhaft sein kann.

Laufzeit und Höhe passend wählen

Die Höhe der Versicherungssumme hängt davon ab, was konkret abgesichert sein soll. Gilt es, Hinterbliebene grundsätzlich abzusichern, sollten etwa drei bis fünf Jahresbruttoverdienste veranschlagt werden. Zahlt man einen Immobilienkredit ab, ist dies entsprechend zu berücksichtigen, damit man die Tilgung durch den Todesfall nicht gefährdet. Dabei sollte die Versicherungssumme so gewählt werden, dass auch die eventuell fällige Vorfälligkeitsentschädigung für die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens über der Auszahlungssumme bezahlt werden kann. Dient die Risikolebensversicherung lediglich der Absicherung des Immobilienkredits, sollte man die Laufzeit so wählen, dass die Tilgung innerhalb dieser Frist abgeschlossen ist.

Dient die Police eher der Absicherung der Familie, hängt die Laufzeit von der konkreten Lebenssituation ab. Man wählt sie mindestens so lange, wie Kinder im Haushalt leben, also etwa ab Geburt bis zum 20. Lebensjahr. Und auch wenn die Kinder eventuell früher ausziehen, fallen möglicherweise noch Kosten für die Ausbildung an.

Im Zweifelsfall sollten sowohl Laufzeit als auch Versicherungssumme lieber etwas großzügiger gewählt werden. Stellt sich später heraus, dass die Absicherung früher als geplant entfallen kann oder nicht mehr im gewählten Umfang nötig ist, kann die Versicherungssumme gesenkt oder der Vertrag gekündigt werden, heißt es vom BDV.

Insbesondere für jüngere Paare, die noch in der Familienplanung stecken, kann es sinnvoll sein, eine Nachversicherungsgarantie einzuschließen. Dann ist es ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich, die Versicherungssumme zu erhöhen. Möchte man beide Partner absichern, muss man prüfen, ob eine Versicherung auf verbundene Leben sinnvoll ist. Die Prämie ist in der Regel günstiger als bei zwei Policen für beide Partner. Allerdings zahlt die Versicherung auch nur ein Mal. Sollten schlimmstenfalls beide Partner sterben, sind die Kinder deutlich schlechter abgesichert.

Steuerliche Aspekte beachten

Beiträge zur Risikolebensversicherung kann man bei der Einkommensteuererklärung geltend machen. Die Auszahlung der Todesfallleistung ist einkommensteuerfrei. Ein wichtiger Aspekt ist allerdings, inwieweit bei der Auszahlung Erbschaftsteuer anfällt. Dies lässt sich je nach Vertragsgestaltung vermeiden.

Grundsätzlich ist es so, dass der Versicherte die Police auf sein Leben abschließt und den Partner als so genannten Bezugsberechtigten einsetzt, der die Versicherungssumme im Todesfall erhält. In diesem Fall wird die Auszahlung auf den Erbschaftsteuerfreibetrag des Bezugsberechtigten angerechnet. Das kann insbesondere bei unverheirateten Partnern nachteilig sein, da der Freibetrag bei lediglich 20.000 statt 500.000 Euro liegt.

Erbschaftsteuerfrei ist die Auszahlung hingegen, wenn der Versicherungsnehmer identisch mit dem Bezugsberechtigten und dem Beitragszahler ist. Dies kann man erreichen, indem man das Leben des einen Partners versichert, der andere jedoch Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Bezugsberechtigter ist. Schließt der Partner die Police nach dem gleichen Muster für den anderen ab, sind beide steueroptimal abgesichert.

Lassen Sie sich von einer Bank vor Ort beraten.

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