Steuervergünstigungen führen 2016 zu höherem Nettoeinkommen

8. März 2016

Das Jahr 2016 könnte für Steuerzahler ein gutes Jahr werden, denn in vielen Fällen sorgen jetzt Steuervergünstigungen dafür, dass für Arbeitnehmer von ihrem Bruttogehalt mehr Nettolohn übrig bleibt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass sich abhängig Beschäftigte mit zusätzlichen Freibeträgen monatlich etwas mehr frei verfügbares Geld sichern können. In dem Zusammenhang ist es ratsam, schon zu Jahresbeginn dafür zu sorgen, dass etwaige Veränderungen sich steuerlich positiv auswirken. Dies gilt beispielsweise für eine geplante Hochzeit oder den Familiennachwuchs. Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Übersicht darüber geben, welche Änderungen es in diesem Jahr gibt und in welchen Bereichen Sie Steuervergünstigungen erwarten können.

Grundfreibetrag steigt um fast 200 Euro

Eine Änderung, die sich in 2016 sofort auf das verfügbare Einkommen auswirkt, ist die Erhöhung des Grundfreibetrages. Dieser Freibetrag orientiert sich am sogenannten Existenzminimum und steigt im Jahr 2016 von bisher 8.472 auf 8.652 Euro, also um exakt 180 Euro. Der Grundfreibetrag ist identisch mit dem Einkommen, welches nicht versteuert wird, sodass für jeden abhängig Beschäftigten ein höheres Einkommen als bisher unversteuert bleibt. Somit wird die Steuerlast dadurch automatisch leicht reduziert.

 Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag

Insbesondere Eltern können in diesem Jahr darauf zählen, dass ihnen letztendlich vom Bruttogehalt mehr Nettolohn bleibt. Der Grund besteht darin, dass sowohl das Kindergeld als auch der Kinderfreibetrag erhöht wurden. Für das erste Kind gibt es ab 2016 einen Betrag von monatlich 190 Euro, was auch für ein eventuelles zweites Kind gilt. Für das dritte Kind wird ab 2016 ein Betrag von monatlich 196 Euro gezahlt. Nicht nur das Kindergeld, sondern auch der Kinderfreibetrag wurde erhöht, nämlich von bisher 4.512 auf aktuell 4.608 Euro.

Gibt es Erhöhungen bei den Sozialabgaben?

Die erhöhten Steuervergünstigungen werden in 2016 nur zu einem geringen Teil von leicht gestiegenen Sozialabgaben kompensiert. Sowohl in der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosen- als auch in der Pflegeversicherung bleiben die Beitragssätze voraussichtlich in 2016 auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr. Lediglich der Krankenkassenbeitrag steigt für gesetzlich Krankenversicherte im Durchschnitt um 0,2 Prozent, da zahlreiche Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag erhöht haben. Hier lässt sich allerdings durch die gezielte Wahl einer günstigen Krankenkasse verhindern, dass höhere Sozialabgaben gezahlt werden müssen.

Monatliche Nettoauszahlung durch Steuerklasse beeinflussen

Ein wichtiger Tipp für Steuerzahler, wie vom monatlichen Bruttoeinkommen noch etwas mehr Nettolohn übrig bleiben kann, ist die Wahl der richtigen Steuerklasse. Es ist nämlich definitiv möglich, durch eben diese Steuerklasse zu beeinflussen, wie hoch der Nettolohn ist. In der Schlussabrechnung ist es für die Höhe der Steuer zwar unerheblich, welche Steuerklasse die Ehepartner wählen. Jedoch führt die Wahl der optimalen Steuerklasse während des Jahres dazu, dass monatlich mehr Geld auf dem Konto zur Verfügung steht und dies nicht erst mit der Rückzahlung aufgrund der jährlichen Einkommensteuerklärung der Fall ist. Daher sollten insbesondere Ehepaare möglichst jährlich überprüfen, ob die aktuellen Steuerklassen noch die optimale Kombination darstellen.

Monatliche Lohnsteuer durch eingetragenen Freibetrag reduzieren

Eine weitere Möglichkeit, wie die monatliche Lohnsteuer reduziert werden kann, sodass mehr Nettolohn zur Verfügung steht, sind eingetragene Freibeträge. So gibt es  die Möglichkeit, für die entstehenden Werbungskosten, zu denen bei Arbeitnehmern insbesondere die Fahrtkosten gehören, aber auch für eventuelle Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen einen Freibetrag eintragen zu lassen. Bei den Werbungskosten ist dies beispielsweise möglich, wenn diese mehr als 1.000 Euro betragen. Dies ist sogar noch für dieses Jahr möglich, denn Sie müssen lediglich bis zum 30. November einen sogenannten „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ stellen. Eventuelle Änderungen der Steuermerkmale, wie eben die Eintragung eines Freibetrages oder der Wechsel der Steuerklasse, werden in aller Regel ab dem ersten Tag des Folgemonats wirksam.

Fahrtkosten in der Einkommensteuerklärung nicht vergessen

Auch wenn es teilweise eine deutliche Steuerentlastung darstellt, nehmen nach wie vor zahlreiche Verbraucher nicht die Chance wahr, in der jährlichen Einkommensteuerklärung Werbungskosten in Form der Fahrtkosten anzugeben. Dabei lohnt sich die Angabe immer dann, wenn die Werbungskosten insgesamt oberhalb des Arbeitnehmerpauschbetrages von 1.000 Euro liegen. Angegeben können sowohl die Kosten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel als auch die Fahrtkosten, die mit dem eigenen Auto entstehen. Zu beachten ist hier lediglich, dass maximal 4.500 Euro abgesetzt werden können.

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