Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?

Nebenkosten
13. Juli 2017

Der reine Kaufpreis ist nicht alles. Um den gesamten Kostenrahmen und Kreditbedarf zu erfassen, müssen Käufer etliche Nebenkosten berücksichtigen. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten und manchmal auch die Maklergebühren. 

600.000 Euro oder auch mehr müssen Immobilienkäufer aktuell für eine größere Wohnung oder ein Reihenhaus in gefragten deutschen Großstädten bezahlen. Aber der reine Kaufpreis ist längst nicht alles. Die Gesamtfinanzierung enthält noch einige zusätzliche Posten, die Käufer im Blick haben sollten. Denn diese Zusatzkosten machen durchaus zehn bis 15 Prozent des eigentlichen Kaufpreises aus. Die Bank geht davon aus, dass Käufer diese Nebenkosten aus dem Eigenkapital bezahlen werden. Andernfalls verteuern sie die Finanzierung oder machen sie bei knappen Finanzierungen sogar unmöglich.

Grunderwerbsteuer

Bei Immobilienkäufen verdienen der Staat bzw. die Bundesländer mit. Die größte Nebenkostenbelastung macht die Grunderwerbsteuer aus, die von den Ländern erhoben wird. Die Steuersätze sind in den vergangenen Jahren mehrfach angehoben worden. Sachsen und Bayern begnügen sich noch mit 3,5 Prozent des notariellen Kaufpreises. In den meisten anderen Bundesländern liegt die Steuer zwischen 4 und 6 Prozent. Am meisten kassieren aktuell fünf Bundesländer mit 6,5 Prozent, darunter das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro gehen hier 39.000 Euro in die Landeskassen – der Gegenwert eines gut ausgestatteten Mittelklassewagens.

Notar- und Grundbuchkosten

Verkäufe von Grundstücken und Immobilien sind in Deutschland notarpflichtig. Der Notar stellt sicher, dass der Kaufvertrag im Interesse beider Vertragsparteien abgewickelt wird. Der Notar wird für seine Dienstleistung nach einer Gebührenordnung bezahlt. Je nach Aufwand können die Kosten etwas differieren. Dazu werden Gebühren beim Grundbuchamt fällig. Käufer müssen für Notar- und Grundbuchgebühren insgesamt etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises veranschlagen. Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro macht das 9.000 bzw. 12.000 Euro.

Immobilienmakler

In den zunehmend engen Immobilienmärkten der deutschen Großstädte kommen potenzielle Käufer bei ihrer Suche häufig nicht ohne die Unterstützung eines Immobilienmaklers aus. Die Makler suchen zum Teil aktiv für den Auftraggeber oder vermitteln Immobilien im Auftrag des bisherigen Eigentümers. Sie begleiten den Verkauf bis zum Abschluss des notariellen Kaufvertrages. Ihre Dienste lassen sich Immobilienmakler je nach Wohnort mit drei bis sechs Prozent des Kaufpreises zzgl. Mehrwertsteuer vergüten. Für den Käufer der 600.000-Euro-Immobilie macht das einen Zuschlag zwischen 18.000 und 36.000 Euro auf den Kaufpreis – plus 19 Prozent Mehrwertsteuer!

Umzugs- und Renovierungskosten

Nicht zu den Kaufnebenkosten im engeren Sinn gehören Umzugskosten und Kosten für Modernisierung- und Instandsetzung. Dazu kommt unter Umständen eine Doppelbelastung durch den bereits laufenden Kredit und die weiterhin anfallenden Mietzahlungen bis zum Einzug. Bei stark sanierungsbedürftigen Immobilien können diese Kosten insgesamt ähnlich hoch sein wie der eigentliche Kaufpreis. Neben den Rechnungen für Handwerker müssen bei ambitionierten Projekten auch meist noch die Dienste von Architekten und Statiker bezahlt werden.

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