Wirtschaftsexperten fordern das Aus der Riester-Förderung

privaten altersvorsorge
18. Mai 2016

Schon mehr als zehn Jahre haben Bürger in Deutschland inzwischen die Gelegenheit, mittels der Riester-Rente eine staatlich geförderte Altersvorsorge aufzubauen. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahren wurde die Kritik an der Riester-Rente allerdings massiver, sodass Experten sogar fordern, die staatliche Förderung zu beenden.

Hintergrundinformationen zur Riester-Rente

Die meisten Verbraucher in Deutschland kennen die Riester-Förderung und wissen, was sich hinter der Riester-Rente verbirgt. Daher möchten wir an dieser Stelle einen kurzen Überblick darüber geben, welche Eigenschaften die Riester-Förderung hat und warum diese schon seit vielen Jahren zahlreichen Bürgern als gern gesehene Förderung zum Aufbau der privaten Altersvorsorge dient. Vom Grundsatz her handelt es sich bei der Riester-Rente um eine vom Staat finanzierte Förderung, die unter bestimmten Voraussetzungen an Sparer gezahlt wird, die aktiv am Aufbau ihrer privaten Altersvorsorge basteln.

Die Förderung als solche besteht zunächst einmal aus einer Grundzulage, die im Idealfall 154 Euro je förderungsberechtigter Person beträgt. Darüber hinaus profitieren insbesondere Familien mit Kindern von der Riester-Förderung. Denn für jedes minderjährige und im Haushalt lebende Kind gibt es zusätzlich eine jährliche Kinderzulage von bis zu 300 bzw. 185 Euro. Welchen dieser Beträge man bezahlt, hängt vom Geburtsdatum des Kindes ab. Für alle ab 2008 geborene Kinder wird ein jährlicher Betrag von 300 Euro gezahlt, während für früher geborenen Nachwuchs 185 Euro pro Jahr in die Kasse der Familie fließen. Es sind allerdings nicht alle Sparverträge, die zum Aufbau einer regelmäßigen Altersvorsorge dienen können, grundsätzlich förderungsfähig. Die Riester-Zulagen dürfen beispielsweise nicht in eine Kapitallebensversicherung fließen, während private Rentenversicherung, Fondssparplan, Bausparvertrag und Banksparplan in aller Regel Sparprodukte sind, die man im Zusammenhang mit der Riester-Förderung nutzen kann.

EZB-Dauerzinstief als ein Grund für die geforderte Abschaffung

Dass einige Wirtschaftsexperten ganz aktuell das Aus der Riester-Rente fordern, hat verschiedene Gründe. Ein Hauptgrund besteht unter anderem darin, dass sich die Kapitalmärkte schon seit Jahren in einer Art Dauerzinstief befinden und es daher nur noch wenig Sinn macht, dies durch staatliche Subventionen zu unterstützen. Ein weiterer Kritikpunkt besteht vor allem darin, dass manche Wirtschaftsexperten die Riester-Förderung und somit die Riester-Rente als sehr ineffizient betrachten. Diese Behauptung wiederum stützt sich darauf, dass ein großer Teil der vom Sparer eingezahlten Beiträge sowohl für die Verwaltung als auch für Provisionen vereinnahmt wird. Dieser Meinung ist beispielsweise auch der Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW).

Ein weiterer Kritikpunkt besteht bezüglich der Riester-Förderung darin, dass es sich dabei um eine staatliche Subvention handeln würde. Welche insbesondere für solche Bürger interessant ist, die von sich aus sowieso fürs Alter vorsorgen würden. Daher kritisieren nicht wenige Wirtschaftsexperten die Riester-Rente auch dahin gehend, dass es sich lediglich um eine Umverteilung von Geldern handeln würde. Von der vor allem Gutverdienende und natürlich die jeweiligen Finanzdienstleister durch die vereinnahmten Provisionen profitieren könnten.

Zusammengefasst sind es demnach insbesondere die folgenden Kritikpunkte, die einige Wirtschaftsexperten aktuell dazu veranlassen, die Abschaffung der Riester-Rente zu fordern:

  • Riester-Rente wird als relativ ineffizient angesehen
  • Großteil der Beiträge wird für Verwaltung und Provisionen vereinnahmt
  • ohnehin Sparwillige werden subventioniert
  • Umverteilung zugunsten der Besserverdienenden und Finanzdienstleister

Andere Formen der Privatvorsorge sollen Riester-Rente ersetzen

Die verschiedenen Wirtschaftsexperten, die sich derzeit gegen die Fortführung der Riester-Rente aussprechen, haben allerdings nicht nur Kritik anzubringen. Sie bieten durchaus Lösungsvorschläge an, wie eine geförderte private Altersvorsorge zukünftig aussehen könnte. So schlägt beispielsweise ein Wirtschaftsprofessor vor, dass man einen sogenannter „Schäuble-Bonds“ auflegen solle. Dabei würde es sich um eine Staatsanleihe handeln, die sich dadurch auszeichnen kann, dass sie einen Zinsaufschlag zwischen ein bis zwei Prozent für solche Sparer enthält, welche dieses Rentenpapier ausschließlich zur privaten Altersvorsorge nutzen. Ein weiterer Wirtschaftsexperte hat noch einen anderen Vorschlag, der sich am Vorbild der Vereinigten Staaten orientiert. Dieser beinhaltet, dass zwar alle Arbeitnehmer in Deutschland staatliche Anreize zur privaten Altersvorsorge erhalten sollten, sie vom Grundsatz her aber nahezu ohne Einschränkungen selbst entscheiden können, wie man die Altersvorsorge im Detail gestaltet.

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