Zertifikate – Für fast alle Anlagestrategien einsetzbar

Zertifikate
4. Januar 2018

Zertifikate sind abgeleitete Finanzprodukte, mit denen Anleger in jeder Marktphase Geld verdienen können. Neben vielen einfachen und teilweise risikoarmen Zertifikaten gibt es auch eine Reihe sehr komplexer Produkte. Anleger sollten deshalb vor der Investition die Bedingungen und das Chance/Risiko-Verhältnis genau prüfen.

Zertifikate sind eine verhältnismäßig junge Anlageform in Deutschland. Es sind  börsennotierte Wertpapiere, deren Preis sich aus den Kursen anderer Vermögenswerte ableitet (den sogenannten Basiswerten). Deshalb gehören Zertifikate zur Gruppe der Derivate. Basiswerte für Zertifikate können Aktien, Aktienkörbe oder Indizes sein, aber auch Rohstoffe und Anleihen. Die Preisberechnung bei Zertifikaten wird durch die Kursbewegungen des Basiswertes bestimmt. Dabei gelten klare Regeln, bei welchem Kursverlauf des Basiswertes mit welcher Rückzahlung zu rechnen ist.

Zertifikate sind vielseitig einsetzbar

Zertifikate bieten für erfahrene Anleger einen Vorteil: Sie können ihre Strategie fein justiert mit ganz unterschiedlichen Produkten umsetzen. Denn mit Zertifikaten kann man nicht nur auf steigende und fallende Notierungen verschiedener Basiswerte spekulieren, man kann auch im Seitwärtsmarkt Gewinne erzielen, Kursbewegungen hebeln oder aber die Anlagerisiken durch eingebaute Sicherheitspuffer reduzieren. Von extrem sicherheitsbetont bis hin zu hochspekulativ: Mit Zertifikaten ist nahezu alles möglich.

Garantiezertifikate gehörten früher zu den Lieblingen der Anleger. Im aktuellen  Zinstief sind sie wenig attraktiv. Bei konservativen Anlegern sind deshalb Express-, Bonus- und  Discountzertifikate erste Wahl. Die Kursrisiken sind bei diesen Produkten geringer als bei der Direktanlage in Aktien. Im Gegenzug ist die Gewinnchance nach oben oft begrenzt. Indexzertifikate dagegen vollziehen die Bewegungen eines Index eins zu eins nach – die Papiere haben allerdings mit dem Aufschwung der ETF-Branche an Bedeutung verloren. Spekulativ orientierte Anleger bevorzugen Hebelzertifikate. Sie ähneln den schon länger bestehenden Optionsscheinen – sehr hohen Gewinnchancen steht das Risiko des Totalverlusts gegenüber.

Risiken müssen analysiert werden

Unerfahrene Anleger kennen allerdings oft nicht die genaue Funktionsweise der Zertifikate und die damit verbundenen Risiken. Klassische Index-, Bonus- oder Discountzertifikaten sind in ihrer Funktionsweise noch relativ einfach zu verstehen. Aber auch hier macht es Sinn, das Kleingedruckte zu lesen. Die Faustregel: Je einfacher die Zertifikate-Konstruktion, desto geringer die Kosten. Denn in komplexen Strukturen können die Emittenten hohe Margen verstecken. Außerdem gilt: Umsonst gibt es nichts. Die Vorteile eines Zertifikates gegenüber einem direkten Investment muss der Anleger mit Nachteilen an anderer Stelle bezahlen. So werden oft Gewinne begrenzt und/oder Dividenden einbehalten. Und bei starken Kurseinbrüchen, bei denen die Risikopuffer nicht reichen, fällt mitunter ein ähnlicher Verlust wie mit einem Direktinvestment an.

Rechtlich betrachtet sind Zertifikate keine Aktien, sondern Inhaberschuldverschreibungen. Die Käufer sind ähnlich wie beim Anleihenkauf Gläubiger des Emissionshauses. Damit gehen sie ein Emittentenrisiko ein. Geht der Emittent pleite – wie 2008 die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers -, verlieren auch die Zertifikate ihren Wert. Selbst wenn der Anleger mit seiner ursprünglichen Investitionsidee durchaus richtig lag oder ein Garantiepapier erworben hatte, hat die Insolvenz des Emittenten hohe Verluste bis hin zum den Totalausfall des eingesetzten Kapitals zur Folge.

 

Lassen Sie sich von Ihrer Bank beraten.

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